Seit einiger Zeit sorgt eine neu App für Schlagzeilen – DAZN, ausgesprochen in etwa wie „The Zone“. Dabei handelt es sich um einen seit 2016 agierenden, offenbar sehr finanzkräftigen Streaming-Dienst, der bislang hauptsächlich mit internationalem Fußball, Formel 1 und Skisport um die Ecke kommt.

 

Der über die Perform Group zum russischen Multimilliardär Leonard Blavatnik gehörende Anbieter geht bei seinem Erwerb von Übertragungsrechten zuweilen sehr aggressiv vor. Aber Mitleid von Sportliebhabern gebührt den bisherigen Rechte-Inhabern nun auch nicht. Zuletzt musste schon Sky daran glauben, als es seine Rechte für Live-Übertragungen aus den wöchentlichen Begegnungen in der englischen Premier League für deutsche Kunden an DAZN abgeben musste. Allein Kunden mit einem Sky Abo haben nun den Ärger, dass sie diese Spiele ab sofort nicht mehr mit ihrem Sender verfolgen können.

 

Einem breiten deutschen Publikum ist DAZN mittlerweile bekannt geworden, als es von der zum Axel Springer-Konzern gehörenden Bild die Rechte für zeitnahe Zusammenfassungen der ersten Bundesliga erworben hat. Die Zusammenfassungen der Spiele können aktuell, eine Stunde nach Spielende auf Youtube angesehen werden. Dabei dürfte es sich allerdings um einen Werbefeldzug von DAZN handeln, der zeitlich begrenzt ist. Für viele stellt sich jedoch die große Frage, ob es sich lohnt, ein DAZN-Abo für 9,99 € im Monat zuzulegen.

 

Was wird derzeit genau geboten?

Neben den Spielen der Premier League werden aktuell 8.000 Live-Events pro Jahr ausgestrahlt. Dazu gehören fast alle Spiele der spanischen La Liga, der französischen Ligue 1 und der italienischen Serie A. Hinzu kommen über 200 Saisonspiele der NBA, mehrere in Europa exklusive Übertragungen aus der NFL mit Original-Kommentaren sowie die Red-Zone, WTA-Tennis und Dart.

 

Während unseres App Tests liefen gerade auch Spiele im türkischen Pokal und aus der südamerikanischen Copa Libertadores. Der wesentliche Unterschied zu Sky und Eurosport ist, dass derzeit keine Live-Spiele der Bundesliga und noch keine Spiele in der Champions League übertragen werden. Vor allem Sky-Kunden müssen aber auch jetzt schon auf einige Live-Übertragungen verzichten. Einige Spiele der Bundesliga werden derzeit nur auf Eurosport live übertragen. Bei der Fußball Champions League hat DAZN allerding für die Zukunft schon zugeschlagen. Bedeutet: Sky wird noch in diesem Jahr viele Spiele nur noch in der Konferenz zeigen können. Addiert mit den Zusammenfassungen der Bundesliga, die schon wesentlich früher und kompakter als in der Sportschau gezeigt werden, kann schon bei DAZN schon fast von einem vollwertigen Sportsender gesprochen werden. Aktuelle Boni und Quotenempfehlungen für fas alle Ligen können auf Sportwetten.net eingesehen werden.

 

Durch die aggressive Vorgehensweise von DAZN wird für die kommenden Rechte-Vergaben von einer noch einmal verstärkten Bieterschlacht auszugehen sein. Es ist jedoch keineswegs sicher, wer den Zuschlag in der Zukunft erhalten wird. Nur eines ist klar: Die DFL und die Vereine können den Hals sowieso nicht voll genug bekommen, wie die aktuellen Montagsspiele der Ersten Fußball-Bundesliga eindrucksvoll zeigen. Das Einnahmeargument wird aktuell auch voll ausgeschlachtet, beispielsweise im Vergleich zu Vereinen der Premier League.

 

Damit braut sich ein echtes Dilemma für Sky Kunden zusammen. Wer sich überlegt, sein Abo bei Sky zu kündigen, muss allerdings aufpassen. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Laufzeitende. Das heißt, wer sich das Abo zum Bundesliga Start zugelegt hat, sollte relativ zügig tätig werden, um nicht den spätesten Kündigungstermin zu verpassen. Da niemand genau weiß wie, sich die Übertragungsrechte am Markt in der kommenden Saison verteilen, kann Sky-Kunden auch durchaus eine Kündigung auf „Vorrat“ angeraten werden.

 

Wenn der Anbieter die Bundesliga und Champions League wieder erwirbt, kann das Abo jederzeit wieder aufgenommen werden. Ansonsten heißt es: Abwarten, bis feststeht, ob Sky, Eurosport oder DAZN die Rechte bekommen. Das sollte spätestens nach der WM in Russland klar sein. Erst dann kann gesagt werden, ob DAZN vollumfänglich empfohlen werden kann oder nur eine weitere Sport-App ist, die ein wenig mehr bietet. Die Frage ist nämlich auch, wenn DAZN die Bundesligarechte bekommt, ein zusätzliches Premium-Paket erworben werden muss, zusätzlich zum Grundpreis. Von daher kann zwar jedem erst einmal das Probeabo empfohlen werden. Für eine generelle Empfehlung zum DAZN-Abo ist es jedoch noch zu früh.

 

Welche Bedingungen gelten für das DAZN-Abo?

Zunächst einmal kann das Abo  beziehungsweise die DAZN App einen Monat lang kostenlos ausprobiert werden. Das Geschäftsmodell dürfte viele an Netflix oder Spotify erinnern. Das ist nach Angaben von DAZN auch gewollt. Danach wird das Abo kostenpflichtig und ein Preis von 9,99 € im Monat verlangt. Die Bezahlung kann über die Kreditkarte, PayPal, per Bankeinzug oder den iTunes-Account erfolgen.

 

Wer möchte, kann das Abo jederzeit online zum Monatsende wieder kündigen, ohne große Formalitäten einhalten zu müssen. Kosten fallen in jedem Fall erst nach Ablauf des Probemonats an. Ein gekündigtes Konto kann jederzeit reaktiviert werden. Bei technischen Problemen oder Fragen zur Rechnung kann der Kundenservice per E-Mail mit einem Kontaktformular angeschrieben werden. Die Antworten erfolgen innerhalb von 24 Stunden. Die DAZN App steht für alle iPhones und iPads im App-Store sowie für Android-Smartphone bei Google Play zum Download bereit. Der Download ist kostenlos.